Juli 2026: Werden Sie zum Animal Tracker – und machen Sie aus reinen Bewegungsdaten echte Erkenntnisse!

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Animal Tracker ist eine kostenlose App, die auf jedem Smartphone installiert werden kann. Damit lassen sich die Routen der Kormorane fast in Echtzeit verfolgen. Und Hobby-Ornithologen können die Tiere in der Natur beobachten, ihr Verhalten dokumentieren und dies der Wissenschaftsgemeinde zugänglich machen.

Das ist ungemein wertvoll für die Interpretation der Bewegungsdaten. Denn: Dank der Miniatursender wissen wir zwar auf wenige Meter genau, wo die Kormorane sich aufhalten. Aber wir wissen nicht, was sie dort gerade tun: Fressen oder rasten sie? Sind sie alleine oder in Gesellschaft von Artgenossen? Interagieren sie mit anderen Tieren? Mit der Animal Tracker App lassen sich solche Beobachtungen speichern und Fotos hochladen, die dann in die Forschungsdatenbank Movebank einfließen.

So finden Sie die Bodensee-Kormorane im Tracker: Über die Suchfunktion (Lupe) "Mettnau" oder "Lipbach" für die Jungvögel aus diesen beiden Kolonien oder "Kormi" für alle ausgewachsenen Kormorane, die am See besendert wurden, eingeben und dann eines der Tiere auswählen.

     

  

Juni 2026: Rund drei Dutzend Jungkormorane besendert

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In luftigen Höhen: Kletterer am Seil in Richtung Kormorannester
In luftigen Höhen: Kletterer am Seil in Richtung Kormorannester

Bisher ist wenig über die Streifgebete der Kormorane bekannt. Die Spezialisten für Tierwanderungen des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Radolfzell konnten im Juni 2026 insgesamt 33 junge Kormorane in ihren Nestern mit Markierungsringen und Beinsendern ausstatten.

„Die Vögel aus zwei Kolonien am Bodensee sollen uns darüber Aufschluss geben, wohin sie sich nach der Brutzeit bewegen und ob sie sich später selber am Bodensee wieder ansiedeln oder in andere Regionen abwandern“, erklärt Wolfgang Fiedler vom MPI. Da am Bodensee alle Kormorane in Bäumen brüten – und anders als an anderen Stellen in Europa nicht auf dem Boden – war die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kletterern gefragt. Bei der Aktion zeigte sich, dass die Elternvögel wenig störanfällig sind und manchmal ihre Bruten in weniger als 20 Metern Entfernung zu den Kletterern weitergefüttert haben. Lediglich laute Geräusche – zum Beispiel ein trockener Ast, der unter den Stiefeln brach – führten zu fluchtartigen Bewegungen. „Aber auch dann sind die Vögel schon nach wenigen Flugrunden wieder zu ihren Bruten zurückgekommen“, so Fiedler. Die Jungvögel sind auch im frühen Alter bereits wehrhaft und hacken bevorzugt Richtung Gesicht des vermeintlichen Feindes. Die Kletterer schützen sich daher mit einem Visier – zusätzlich zum Einmal-Overall gegen den in der Kolonie herabtropfenden Vogelkot.

     

  

Mai 2026: Wegweisende "Ring-Fahndung"

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Bewegungskarte Kormoran
Die Bewegungen eines Kormorans über 14 Tage

Kormorane sind zwar das ganze Jahr am See – aber nicht unbedingt immer dieselben. Bisher ist wenig darüber bekannt, wie groß die Streifgebete der brütenden und nicht-brütenden Kormorane im Sommer sind.
Ebenso ist unklar, ob diese Vögel den Bodenseeraum im Winter verlassen und wenn ja wohin sie ziehen und ob sie im kommenden Jahr wieder an den Bodensee zurückkehren. Um dies herauszufinden, statten die Spezialisten für Tierwanderungen des Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell (MPI) Kormorane mit sogenannten „intelligenten Fußringen“ aus. Diese Senderringe sind eine Spezialentwicklung des MPI. Sie zeichnen die Position der Vögel automatisch auf und übermitteln die Informationen regelmäßig. Dank Solarzellen sind die Sender mehrere Jahre funktionsfähig. Die Vögel sind dadurch beim Schwimmen, Jagen und Brüten nicht beeinträchtigt. Im April konnten wir im Rahmen des Interreg-Pojekts die ersten Kormorane mit Ringen ausstatten, deren Sender uns nun wertvolle Informationen über die Flugrouten und Aufenthaltsorte der Vögel liefern.

Senderring am Fuß eines Kormorans
Senderring am Fuß eines Kormorans, zum Größenvergleich der Zeigefinger des Untersuchers

     

  

April 2026: Erfolgreicher Drohnen-Testflug 

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Drohen-Testflug

Am 8. April 2026 fand der erste Testflug an einer Kormorankolonie im Untersee im Naturschutzgebiet Halbinsel Mettnau statt. Kormoraneier, die sich in Nestern hoch oben in den Baumkronen befinden, wurden erstmals mit einer speziell modifizierten Agrardrohne mit Öl benetzt. Das soll die Entwicklung der Eier unterbinden, den Bruterfolg eindämmen und in der Folge den Fraßdruck auf gefährdete Fischarten senken.

Gute Bedingungen ermöglichen erfolgreichen Test
Dank Windstille und Temperaturen von 20 Grad Celsius herrschten optimale Bedingungen für den Drohnenflug. Die Drohne mit einem Durchmesser von über zwei Metern und einem rund fünf Meter langen Karbon-Auslegearm konnte problemlos von einer Plattform auf einem Schiff starten und in die Kormorankolonie fliegen. Das Besprühen von vier Nestern gelang mit dem Auslegearm gut. Die Kormorane verließen erst bei geringer Distanz der Drohne das Nest. Andere Vogelarten wie Höckerschwan und Mittelmeermöwe wirkten durch den kurzen und gezielten Drohnenflug kaum beunruhigt. Die Kormorane kehrten unmittelbar nach Ende des Fluges wieder auf ihre Nester zurück.

Auswertung durch Expertenkreis
Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Testfluges werden in den kommenden Wochen analysiert und mit dem projektbegleitenden Expertenkreis besprochen. Erst dann kann beurteilt werden, ob und wie weitere Drohnenflüge in größeren Kormorankolonien durchgeführt werden. Mittlerweile konnten auch zwei ausgewachsene Kormorane mit Sendern versehen werden, so dass ihr Bewegungsverhalten im Rahmen des Projekts studiert werden kann.

     

  

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